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von m am 07 Feb. 2012 21:59
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Eine äußerst blutrünstige Geschichte
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Wenn der Mariannengraben tief ist, der Mount Everest hoch, wenn man das Tote Meer salzig nennt und die Taiga weit, dann war Gabriele Testa stark.
Schon Gabrieles Großvater Antonio war berühmt für seine schiere Körperkraft: beim alljährlichen Stiereschleudern in Ciminá blieb er über viele Jahre ungeschlagen; sein im Jahre 1922 aufgestellter Rekord gilt noch heute. Gabrieles Vater Peppino ("Il Cesare", wie ihn seine Freunde nannten) stand ihm in nichts nach; bis heute halten sich Gerüchte, nach denen der Felsen, der den unglücklichen Matteo Mancuso beim Onanieren zermalmte, von ihm geworfen wurde, um die spätere Signora Testa zu beeindrucken.
So war niemand besonders überrascht, als Gabriele im zarten Alter von vier Jahren das Klavier vom Wohnzimmer in sein Schlafzimmer schob, weil ihm die Töne so gut gefielen, oder als er zwei Jahre später Padre Piromallo bei der Predigt über die Brüstung der Kanzel warf. Stutzig wurden die Leute erst, als er an seinem elften Geburtstag die Moto Guzzi des Vaters durchs Fenster ins Wohnzimmer hob.
Mit der linken Hand. In der rechten hielt er ein Eis am Stil.
Antonio sah es und lächelte.
Jetzt aber war Gabriele ein Mann, und seine Arbeit als Eisenbieger machte ihn nicht eben schwächer - besonders gut bezahlt war sie allerdings nicht. Da kam ihm der Anruf von Federico gerade recht, der meinte, er habe eventuell einen lukrativen Job für ihn.
Gabriele kannte Federico aus dem Liceo; und natürlich wusste er um dessen Amt und den Spitznamen, den Federico trug. Er selber machte sich nicht viel aus Gewalt und der ´Ndrangheta; der junge Cariati hatte leichtsinnigerweise einmal versucht, von "Il Cesare" Schutzgeld zu erpressen, seitdem hatte er nur noch ein Auge und zog das linke Bein nach. Es galt gemeinhin als unklug, sich mit den Testas anzulegen.
Trotzdem fühlte Gabriele sich geehrt, als Federico ihm bei einem Gläschen Ciró Rosso vorschlug, sein Nachfolger zu werden.
07.02.2012, 21:46 | fu (hatdersichjetzeoochendlichneuhrjekooftodawat, jipsdøjanich)
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